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Nordic Walking: Zwei Stöcke machen uns zum Vierfüßler

Durch den vermehrten Muskeleinsatz entpuppt sich das Nordic-Walking als anstrengender als gedacht. Ein sinnvolles Herz-Kreislauf-Training ist genauso wie beim Laufen durchführbar.

Das Nordic-Walking ist gegenüber dem Walken ohne Stöcke, immer vorausgesetzt, dass es richtig durchgeführt wird, eindeutig die sportlichere Variante. Korrekt ausgeführt kommen selbst ambitionierte Läuferinnen kräftig ins Schwitzen, können ein reines Lauftraining im Sinne eines Functional- oder Crosstrainings sinnvoll ergänzen. Denn automatisch wird der Schulter-/ Armbereich und der Rumpf intensiv trainiert, eine Form von Core-Training.

 


Voraussetzung für das sportliche Gehen mit den Stöcken ist eine gut verheilte Narbe, durch den verstärkten Einsatz der Brustmuskulatur wirken große Kräfte auf den operierten Bereich. Dann allerdings unterstützt diese Sportart die Dehnfähigkeit und die Mobilität der Faszien und damit auch die Rückkehr in die Normalität dieses lädierten Körperteils. Stretching und Muskeltraining in einem. Mit der fehlerfreien Technik ist es darüber hinaus für bewegungserfahrene Frauen ein emotionales Erlebnis zu spüren, wie am ganzen Körper Muskulatur eingesetzt werden kann. Sich geschmeidig und kraftvoll zu bewegen, in dem Fall vorwärtszugehen ist ein Genuss.

 


Für Frauen, die noch keine Erfahrung mit Nordic Walking besitzen, ist es ratsam einen Kurs zu belegen oder sich wenigsten 1-2x von einer TrainerIn die Technik zeigen und korrigieren zu lassen. Man glaubt es nicht, was alles passiert, wenn man Menschen Stöcke in die Hand gibt und sie losmarschieren lässt. Auch in vielen Sportarten bewanderte Frauen stelzen plötzlich im Passgang, stolpern über die Stöcke, bekommen keinen Rhythmus in die Bewegung oder verkrampfen, dass danach alles weh tut. Mit den Blessuren durch die Erkrankung kein angenehmes Gefühl.

 


Wenn das Gehen während oder nach einer Chemotherapie nicht zufriedenstellend klappt, kann es nützlich sein, die Stöcke zusätzlich als koordinative Unterstützung zu benutzen. Durch Nebenwirkungen entstehen manchmal Koordinationsstörungen, das Gehen auf unebenem Bodenbelag kann sich dann recht ungewohnt anfühlen. Mit den Stöcken hat man zwei „Beine“ zusätzlich und das gibt etwas mehr Sicherheit. Doch die Stöcke ausschließlich als Gehhilfe zu benutzen, ist für bewegungsgewohnte Menschen zu wenig.

 


Tipp!

Zur Abwechslung und gleichzeitig ein Crosstraining: Suchen Sie sich einen Rundkurs am Berg oder Hügel. Gehen Sie auf der steileren Strecke mit den Stöcken nach oben – bergab, vielleicht einen flacheren Bogen, nehmen Sie die Stöcke in der Mitte in die Hand und joggen zurück.