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Ohne Muskeln geht nichts

Muskeln benötigen wir zu allen Bewegungen und Sportarten, zur Körpermodellierung oder/und zur Gesunderhaltung – nicht nur des Rückens! Ein wichtiges Ziel, egal bei welchem Eingriff oder Therapie, ist die Muskulatur zu erhalten und im besten Fall zu verbessern. Viele Krankenhäuser bieten deshalb Physiotherapie an. Unter Aufsicht werden Übungen zur Dehnung und Beweglichkeit durchgeführt oder eben zur Kräftigung. Für bewegungsgewohnte Frauen sind diese ersten physiotherapeutischen Übungen im akut belasteten Bereich zwar interessant und wichtig, doch da war doch noch mehr? Die im Vorfeld mühsam antrainierten Muskeln des restlichen Körpers möchte man natürlich auch gerne behalten. Womöglich klappt es nicht in der Sportart wie bisher, aber durch ein gezieltes allgemeines Muskeltraining bildet sich eine ausbaufähige Basis.

 


Um die Muskeln zu trainieren, müssen wir sie benutzen, und zwar mindestens so, dass sie ein bisschen mehr belastet werden, wie bisher. Wenn ich z.B. normalerweise 60 Stufen zu meiner Wohnung aufsteige, ich nun als Training die Treppe 3x hintereinander hoch und runter gehe, belastet dies meine Beine mehr als üblich.

Es tut sich was in den Muskelbäuchen. Zuerst werden Muskelfasern aktiviert, die an das Nichtstun gewöhnt haben, nur schlapp zwischen den Aktiven rumhängen. Sobald diese wieder auf trapp gebracht sind, werden die Fasern dicker. Bis man allerdings was sieht, muss frau ganz schön viel trainieren. Ein paarmal mehr die Treppe hochlaufen bewegt in der Muskelmasse noch gar nichts.


Nach ein paar Wochen spürt man vielleicht mit einem gesundheitlich ausgerichteten Muskeltraining ein wenig, sehen tut man noch lange nichts. Das hat nichts mit der Brustkrebserkrankung zu tun, sondern ist normal. Die Muskeln fühlen sich ein bisschen fester an und vielleicht bemerkt man bereits mehr Kraft. Im Beispiel, das Treppenhochsteigen fällt mir leichter. Doch bis es so weit ist, bedarf es Disziplin.

 

(Bitte verwechseln Sie Disziplin nicht mit Widerwillen. In diesem Fall suchen Sie besser nach einer alternativen Trainingsform!)

 


Genauso wie bei einem Ausdauertraining müssen bestimmte Belastungen nicht nur eingehalten, sondern allmählich gesteigert werden. Wenn es mir inzwischen leicht fällt die Treppe 10x am Tag hochzusteigen, hat der Körper gelernt, das ökonomisch und effektiv zu bewältigen. Um wieder von Training sprechen zu können, muss ich die Belastung erneut erhöhen, damit es wiederum etwas mehr ist wie normal! Dies geht natürlich keineswegs ewig so weiter, rein zeitlich gesehen nicht.

 

Wichtig sind außerdem die erforderlichen Pausen, damit der Körper Zeit hat, sich zu regenerieren und anzupassen. Und wir müssen regelmäßig trainieren! Nur weil wir gerade Lust haben in einer Woche ganz viel Gewichte zu stemmen, weil das Wetter so schlecht ist, um die nächste Woche lieber im Cafe in der Sonne sitzen, bringt überhaupt nichts – ähm -  für die Muskulatur. Zweimal die Woche sollte es schon. Sogar während der Chemotherapie. Genauso wie ein Ausdauertraining verbessert ein Muskeltraining das Fatique Syndrom.