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Faszientraining 1- eine wichtige Basis mit Brustkrebs

Bis vor einigen Jahren definierte man die Faszien als bindegewebige Hüllen, die die Muskeln und separate Muskelstränge umschlossen und in Sehnen und Bändern ausliefen. Etliche netzartig, andere wiederum als Platten, wie unter der Fußsohle oder am unteren Rücken. Außer einer dehnbaren Haltefunktion wies man ihnen nicht viele Einflüsse zu. Zumindest im Sport - KörpertherapeutInnen, wie z.B. Andrew Tayler Still (Osteopathie) und Ida Rolf (Rolfing)erkannten die Bedeutung bereits vor 2 Generationen.  Inzwischen ist es auch hier in Deutschland wissenschaftlich nachgewiesen (Schleip 2015), dass sie sehr wohl bedeutende Funktionen innehaben. Es ist ein verflochtenes System, das sich über und durch den Körper zieht und entspricht damit nicht nur im Aussehen, sondern gleichermaßen in der Aufgabe einem kommunikativen Netzwerk. Früher sprach man den Muskel mit Hilfe der Sehnen und Bändern eine strukturelle Eigenschaft zu, sie stützen den Körper. Heute weiß man, dass diese Funktionen die Faszien übernehmen, sie verbinden die Knochen, Gelenke und Muskeln netzartig, plattenförmig oder als parallele Stränge.

 

Und wurden bisher in der Bewegung und dem Sport sträflich vernachlässigt!

 


Derzeit bekommen sie durch das aktive und passive Faszientraining einen Platz in der ersten Reihe und damit Unterstützung in ihren Aufgaben.

 

Sie leisten einen Beitrag nicht nur im Sport und der Bewegung allgemein, sondern gerade in der Nachsorge der Brustoperationen, und evtl. nachfolgender Strahlentherapie.

 

Vielleicht erklärte Ihnen Ihre Operateurin, Ihr Operateur genau wie und was sie schneiden, um den Tumor zu entfernen. Möglicherweise war es nur ein relativ kleiner Schnitt, unter Umständen aber eine Amputation. Im ungünstigen Fall wurde womöglich eine große Anzahl von Faszien durchtrennt, um den Tumor, wie es so schön heißt, im Gesunden zu entfernen.

 

Wenn Sie sich als anschauliches Beispiel nun ein Loch im Einkaufsnetz vorstellen, würden Sie es so mit auf den Markt nehmen? Wohl eher nicht. Aber Sie werden selten darauf hingewiesen, dass in Ihrem Fasziennetz jetzt ein Loch ist. Und wundern sich, dass die Bewegungen nicht mehr richtig klappen!