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Training 1 - Warum Regeln?

Geht es Ihnen auch so? Die Endlichkeit ist einem mit der Diagnose Brustkrebs viel mehr bewusst. Man hat das Gefühl, dass jeder Tag, jede Minute doppelt zählt. Doch auch im Fitnesstraining heißt das nicht, dass jede Minute verplant wird oder alles auf ein Leistungsziel hin ausgerichtet sein sollte, sondern dass jedes Verhalten auch im Nachhinein noch stimmig ist. Vielleicht ist nun der Kontakt zu anderen und der Spaß der Hauptgrund, dass ich ins Fitnessstudio gehe - das passt genauso.

 

Für alle die mehr körperliche Fitness erzielen wollen, hier im Blog ein paar wichtige Regeln für Sport mit oder nach Krebs.

 


Jetzt fragen Sie sich als fitte Survivor vielleicht, das wird mir jetzt zu mühsam, was soll ich mich mit der Theorie befassen? Ich gehe zweimal die Woche ins Fitnessstudio, nehme dort an einem Kurs teil, gehe noch etwas an die Geräte und zum Abschluss auf den Crosstrainer. Am Wochenende treffe ich mich mit Mann/Freund/Freundin zum Joggen. Schriftlich aufgezählt ist das eine ganze Menge und diese bedarf bereits einer Steuerung, um den besten Effekt zu erzielen – normalerweise und erst Recht mit Brustkrebs. Okay, das ist bisher jahrelang gut gegangen, auch ohne darüber nachzudenken. Doch der Tumor mischt die Karten neu. Die eine oder andere Regel bekommt unter dem Gesundungsaspekt eine andere Bedeutung. Zusammen mit dem Leistungsaspekt wissen Sie nicht, welches Potential noch in Ihnen steckt und was passiert, wenn Sie vermehrt Erkenntnisse der Trainingslehre umsetzen. Auch wenn sich die Theorie zuerst trocken anhört, das ist Wissen, dass Ihr Unternehmen »Leben - jetzt« unterstützt!

 


Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes theoria bedeutet anschauen. Wir lernen und verstehen nicht nur etwas, sondern schauen und erkennen das, was dahinter steht. Dadurch können wir flexibler auf unsere Ziele hin trainieren, ohne an starre Vorgaben gebunden zu sein. Im Falle einer schweren Krankheit mit ihren Folgen sind wir in der Lage vorteilhafter zu reagieren und mit weniger Aufwand mehr zu erreichen.

 

  Nach Gesundheitsproblemen, mit möglicherweise längerer Sportabstinenz und körperlichen Einschränkungen, wollen Sie effektiv wieder fit werden, ohne den Körper durch ungünstiges Training zu schwächen. Der Punkt, bis zu dem der Sport das Immunsystem unterstützt oder schließlich überlastet, ist bereits im gesunden und fitten Stadium schwer zu bestimmen. Erst recht, wenn Ihr Körper sich erstens gegen die Tumorzellen wehren und zweitens die Chemotherapie sowie die Medikamente überstehen muss. Das ist eine Situation, an die sich die Wissenschaftler erst in den letzten 20-30 Jahren herantasten.

 


Falls Sie keine PersonaltrainerIn engagieren möchten oder können, ist es sinnvoll, Grundbegriffe aus der Trainingslehre zu kennen. Ich benutze in diesem Blog einige Fachbegriffe, damit Sie sich sachkundig ausdrücken können, wenn Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt darüber sprechen. Denn ansonsten bekommen Sie nur zu hören: „Machen Sie nicht zu viel Sport, nur ein moderates Training bringt Ihnen Unterstützung.“ Und dann kommt noch das Beispiel: „Gehen Sie regelmäßig spazieren und steigern Sie ganz langsam und allmählich.“ Und das alles, ohne auch nur zu fragen, was Ihr Körper bisher gewohnt ist! Sie können nicht erwarten, dass sich Ihr Onkologe zusätzlich in der Sportmedizin auskennt und umgekehrt hat ein Sportmediziner selten mit Onkologie zu tun. Wobei sich das in Zukunft hoffentlich ändern wird.