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Training 2 - Die Natur liebt die Balance

Die Grundlage für die nachfolgenden Trainingsprinzipien ist die Homöostase, unser Körper bemüht sich wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Dieses Bestreben nutzen wir im sportlichen Training. Dadurch wird die Homöostase gestört, das nennt man Heterostase. Der Körper versucht in der Regeneration, das Ungleichgewicht auszubalancieren.

 


Der Grundsatz - das Bestreben nach Gleichgewicht - findet sich überall in der Natur, inklusive bei uns Menschen. Wenn Sie längere Zeit stark schwitzen, z.B. zusätzlich durch die von den Antihormontabletten ausgelösten Hitzewallungen, verlieren Sie Wasser und Mineralstoffe. Der Körper versucht, den Verlust auszugleichen, indem er in jeder Zelle sucht, ob er nicht doch noch was findet. Aber irgendwann ist Schluss, alle Vorräte sind erschöpft. Für die volle Leistungsfähigkeit ist dieser Zeitpunkt längst zu spät. Wenn Ihnen das Prinzip der Homöostase unbekannt ist, werden Sie vielleicht erst etwas trinken, wenn Sie Durst haben. Mit dem Wissen über die Selbstregulation beginnen Sie früher zu trinken, da sonst der Körper selbst die kleinsten Reserven leermacht. Die Information darüber, ist wie die automatische Warnung das Auto wieder aufzutanken. Die Heterostase fällt beim rechtzeitigen Trinken nicht so stark aus, dass die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird. Sie unterstützen mit Ihren Verstand und dem theoretischen Wissen die körperlichen Funktionen. Das ist ein Vorteil, den wir Menschen gegenüber dem Rest der Natur haben und den sollten wir ausnutzen.

 


Im Sport versucht unser Körper ebenfalls erst alles alleine auf die Reihe zu kriegen. Sie können Ihn jedoch mit dem Wissen über Trainingsprinzipien, der Ernährung und Regenerationsmaßnahmen darin unterstützen. Mit der Belastung einer Krebserkrankung ist es umso sinnvoller.

 

Ein Beispiel: Die Muskulatur erschöpft sich mit einem Krafttraining und braucht mindestens 48 Stunden um wieder in ein Gleichgewicht zu kommen. In jener Zeit ist die Muskulatur nicht voll leistungsfähig. Sie warten besser mit dem nächsten Training, bis alles in der Balance ist. Sie können passiv abwarten, was per se bereits eine richtige Entscheidung ist oder aktiv den Prozess mit Regenerationsmaßnahmen beschleunigen.

 


Durch unsere Intelligenz haben wir die Wahl, mit dieser Störung der Homöostase unsere körperliche Leistungsfähigkeit im Positiven wie im Negativen zu beeinflussen. Wir können damit spielen. Bei richtiger Durchführung provozieren wir durch die Heterostase, eine vorteilhafte Weiterentwicklung der physischen Effektivität. Ein Verhalten, auf das der Körper zu reagieren lernt, gerade in Zeiten von gesundheitlichen Belastungen.

 

Allerdings reicht für eine Änderung bzw. Anpassung eine einmalige Störung nicht aus, sondern es muss öfters und regelmäßig passieren. Die Belastung durch die Erkrankung ist zwar permanent vorhanden, doch Sie werden bemerken, dass diese ebenfalls schwankt.

 


Ein Training zur Leistungssteigerung, unabhängig ob Sie eine Einsteigerin oder eine Leistungssportlerin sind, ist somit ein häufiges aus dem Gleichgewicht bringen der Homöostase. Damit diese so wirkungsvoll wie möglich ist, muss sie in irgendeiner Form geplant und organisiert werden. Das nennt man ein systematisches Training, nicht nur just for fun. Keine Angst – daraus entsteht in diesem Blog keine Doktorarbeit, nur ein paar Tipps. Die Theorie hilft, Ihren Sport in Ihrem Alltag mit der Brustkrebserkrankung sinnvoll zu strukturieren, um den größten Nutzen daraus zu erzielen.