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Bewegung im Krankenhaus

Kurz nach der Operation, nach dem Sondieren der Drainageschläuche, probiert man vorsichtig, was sich auf der Operationsseite bewegen lässt. Der Schmerz zeigt ohnedies die Grenze. So fit, als dass man sich gleich recken und strecken und loslaufen möchte, ist man direkt nach der Narkose sowieso nicht. Die Lust auf Bewegung ist verständlicherweise eingeschränkt. Wenn Sie an dem Operationstag alleine aufstehen können, ist bereits viel erreicht.

 


Am zweiten Tag fühlt sich das Leben wieder wesentlich besser an. Der Bewegungsdrang meldet sich zurück! Bei grünem Licht, stehen die ersten Spaziergänge mit gerafften Drainageflaschen auf dem Krankenhausflur an. Das funktioniert noch nicht so locker und entspannt wie gewohnt, aber auch das geht vorbei. Jetzt heißt es „Go on!“ Sobald die Drainage entfernt ist, die Narbe gut aussieht, ist der Besuch durch eine Physiotherapeutin empfehlenswert. Falls es nicht längst eingeplant ist, drängen Sie darauf.

 

Je früher der Narbenbereich unter fachkundiger Anleitung bewegt wird, desto leichter fällt es später. Dehnübungen bis an die Schmerzgrenze werden ausprobiert und eingeübt. Diese Übungen absolvieren Sie nicht nur im Beisein der Physiotherapeutin, sondern auch alleine, immer wieder, Zeit dazu ist im Krankenhaus da. Es ist zwar mühsam, bringt jedoch schnell Erfolgserlebnisse.

 

Generell, besonders mit einer großen Narbe, tut eine Lymphdrainage gut. Einfühlsam gegeben, nimmt sie die Scheu, wie man sich selbst an der frisch operierten Stelle berühren kann. Damit wird der bedeutsame Selbstkontakt wieder aufgebaut, die Verbindung zum eigenen Körper, dem malträtierten Körperteil.

 


Erkundigen Sie sich bereits vor der Operation, welche Therapiemöglichkeiten in dem Krankenhaus angeboten werden. Sie haben dann eine größere Chance auf einen zeitnahen Termin. Je eher, desto besser, jede angepasste Forderung und Förderung des Körpers und des Geistes beschleunigen den Heilungsprozess.

 


Im Laufe des etwa eine knappe Woche dauernden Aufenthaltes, kommt von Tag zu Tag immer mehr Bewegung ins Leben. Auch bei größeren Narben bzw. einer Amputation können die ersten Spaziergänge in der frischen Luft realisiert werden. Die meisten Krankenhäuser haben zumindest einen kleinen Innenhof, Terrasse oder im Idealfall sogar einen Park. Falls Ihnen Spaziergänge nicht von ärztlicher Seite empfohlen werden, fragen Sie im Schwesternzimmer nach, abmelden müssen Sie sich ohnehin.

 

Der Arm ist nun je nach Größe der Narbe halbwegs alltagsgebräuchlich einsetzbar. Normales Duschen geht zwar erst, wenn die Narbe geschlossen ist, aber so viel Bewegung, dass der Schweiß rinnt, ist sowieso noch nicht angesagt. Leistungssportlerinnen können diese Zeit als Übergangs- oder Erholungsphase verbuchen. Der Körper wird es danken, denn er hat auch ohne zusätzliche Belastung genug zu verarbeiten.