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Chemotherapie 2 - Chemo und Sport?


In Studien wird besonders die Linderung der Müdigkeit (fatique)hervorgehoben(Rank, Freiberger, Halle;2012). Allein das ist bereits ein Argument für Bewegung während der Chemotherapie.

 

Wer bis zu diesem Zeitpunkt sportlich aktiv ist, wird auch weiterhin aktiv bleiben wollen, wenn auch mit der ein oder anderen Einschränkung. Natürlich ist zu beachten, dass eine Chemotherapie ein sehr großer Eingriff in den Körper bedeutet, zudem, wenn Sie bereits die schwere Operation verdaut haben.

 

Erfahrungsgemäß sind bei Sportlerinnen, die relativ fit und gesund in diese Therapie gehen, die Nebenwirkungen nicht ganz so heftig. Aber trotzdem noch so intensiv, dass Sie auch im günstigen Fall darauf beim Sport Rücksicht nehmen müssen:

 

Bei Problemen wie Übelkeit, Durchfall, Erschöpfung und starker Müdigkeit (Fatique) absolvieren Sie, wahrscheinlich automatisch nur einen kleinen Spaziergang und die Laufschuhe bleiben freiwillig im Schrank.

 

 

Die Chemotherapie kann Veränderungen an Finger- und Zehennägel verursachen oder Gefühlsstörungen an Händen und Füßen (Polyneuropathie). Das kann manche Bewegungen beeinträchtigen.

 

 

Ein starker Gewichtsverlust ist besser zu hinterfragen. Der Sport, in Zusammenhang mit der Ernährung ist eine Möglichkeit gegenzusteuern. Sprechen Sie das auf jeden Fall bei Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt an und bitten Sie um professionelle Unterstützung.

 

 

Andere Probleme bemerken Sie vielleicht nicht auf Anhieb, können und müssen durch die Laborwerte und weiterführende Untersuchungen abgeklärt werden. Dazu gehören z.B. Blutarmut, Immunschwäche mit einer Infektanfälligkeit, Herzschwächen, Störungen der Konzentration (Unfallgefahr) oder erhöhte Blutungsneigung. Das sind beachtenswerte Faktoren, bevor Sie Ihren Körper wieder mehr belasten. Und zwar auch, wenn Sie sich eigentlich relativ fit fühlen!

 

 

(Diese Aufzählung sind nur Beispiele, es können durchaus noch weitere Kontraindikationen auftreten!)

 


Ihre behandelnden ÄrztInnen informieren Sie darüber, dass Sie weiterhin oder wieder Sport betreiben möchten. Sie werden merken, dass die Reaktionen ganz unterschiedlich sind. Deswegen ist ein erhobener Zeigefinger relativ zu sehen, ungeachtet dessen hinterfragen Sie ihn oder holen Sie sich eine Zweitmeinung dazu.