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Lauftechnik 2 - Am Stil feilen

Den persönlichen Laufstil macht jedoch mehr aus. Sobald die Gravitationskräfte nicht mehr das Hauptkriterium sind, können Sie es mit Barfußlaufen auf Rasen oder erschwerend auf Sand testen. Wie bewegen Sie sich ohne die Unterstützung durch Laufschuhe? In der Regel treten mit dieser Übung Schwächen deutlicher zu Tage. Womöglich ist die entsprechende Bein-, sowie die Rumpfmuskulatur ungenügend ausgeprägt, es machen sich Defizite in der Dehnfähigkeit oder Muskelschwächen bemerkbar. Um das zu beheben bieten sich regelmäßige Übungen aus dem Functionaltraining an.

 


Vielleicht können Sie den persönlichen Laufstil dazu noch durch bewusste Haltungsänderungen verbessern:

 

 

 

- Ertappen Sie sich mit zwei verkrampft geballten Fäusten oder gehen die Arme inklusive Hände locker in Bewegungsrichtung mit? Achten Sie regelmäßig auf eine lockere Faust mit dem Daumen obenliegend, bis es Routine wird. Sie können damit Kraft und Energie sparen oder schneller werden.

 

 

 

- Fällt der Kopf nach hinten mit Blick zum Himmel, geht der Blick zum Boden oder ist er nach vorne gerichtet? Klar müssen Sie auf unebenen Wegen auch mal direkt vor Ihre Füße schauen, aber meist werden Sie auf ebeneren Strecken laufen. Sie können den Blick nach vorne richten und damit die Halswirbelsäule aufrichten. Die Kopfstellung nach hinten ist wiederum oft ein muskuläres Defizit oder mangelnde Dehnung und hängt meistens mit einer auch sonst lässigen Haltung zusammen. Techniken aus den Körpertherapien wie Rolfing, aber auch Qi Gong oder Tai Chi können dabei weiterhelfen.

 

 

 

- Sind die Schultern entspannt und gehen mit einer leichten Rotation mit? Ist der Oberkörper eher steif oder stabil, ohne unnötige Bewegungen? Wiederum sind zwei Kriterien dafür entscheidend, einmal die Muskelkraft und auf der anderen Seite die Dehnfähigkeit oder die Geschmeidigkeit.

 

 

 

- „Sitzen“ Sie mit einem leichten Knick in der Hüfte oder sind Sie aufgerichtet? Wenn Sie eine sitzende Tätigkeit haben, kann sich auf Dauer die vordere Muskulatur der Hüfte „verkürzen“, während der untere Rücken gedehnt und geschwächt wird. Richten Sie sich auf, als Hilfsübungen eignet sich wiederum das Erlernen einer korrekten Haltung in Körpertherapien, Muskeltraining und Dehnen oder auch Functionaltraining.

 

 

 

- Zeigen Ihre Knie nach vorne oder knicken Sie nach innen? Von diesem Problem sind besonders Frauen vermehrt betroffen. Durch den frauenspezifischen Hüftwinkel, der für eine Geburt wichtig ist, neigen Frauen eher dazu, mit X-Beinen zu laufen. Durch entsprechendes Training, Stärkung der Beininnenseite, Lockerung/Dehnung der Außenseite und ein bewusstes, stabilisierendes Auswärtsdrehen der Knie kann jedoch jede Frau daran arbeiten und es verbessern.

 

 

 

- Was machen Ihre Sprunggelenke? Knicken Sie nach innen, zeigen Ihre Fußgewölbe eine normale Höhe? Dieser Technikfehler hängt oft mit den Knien zusammen. Wenn die Knie stabil relativ nach außen zeigen und die Fußspitzen nach vorne, bildet sich, vorausgesetzt man hat keine Deformation, ein normales Fußgewölbe. Probieren Sie es ruhig mal im Sitzen aus.

 

 

 

-    Rollen Sie die Füße ähnlich dem Nordic Walking ab, kommen somit zuerst mit der Ferse auf? Es gibt Fersen-, Mittelfuß- und VorfußläuferInnen. Alle Stile haben je nach Figur Ihre Vor- und Nachteile. Ein vermeidbarer Nachteil ist, dass viele FersenläuferInnen von Natur aus keine sind, das Problem sind die Schuhe! Mit einer großen Fersensprengung, das heißt einem mehr oder weniger hohen Absatz, bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als über die Ferse zu laufen!