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Radfahren 1 - Sommerzeit ist Fahrradzeit

Radfahren können wir im Alltag, die Fahrt zum Bäcker oder im sportlichen Sinn. Auf einer kurzen Strecke kann man sich vielleicht eher wieder in den Sattel schwingen. Als aktive Radfahrerin ist nach der Operation etwas Geduld angesagt. Egal, ob auf der Straße oder im Gelände, der Arm-/Schulterbereich wird durch die Zugkräfte beim sportlichen Fahren beträchtlich und eher unkontrolliert belastet. Nicht nur die äußere Narbe sollte geschlossen, sondern ebenso der Narbenbereich unter der Haut muss wieder belastbar sein. Dies klären Sie mit der Ärztin/dem Arzt ab, denn als Laie ist es nur schwer einschätzbar, wie es in dem Moment unter Haut aussieht. Und schon gar nicht, wenn das Gefühl noch nicht wieder zurückgekehrt ist, mit der Operation wurden doch eine ganze Menge Nerven und Faszien durchtrennt, Wasseransammlungen tun ihr übriges.

 


Eine Alternative in der akuten und Kurz-Nach-Der-Therapie-Phase ist das Fahren auf der Rolle mit dem eigenen Rad oder auf einem Fitnessrad, jeweils ohne aktiven Armeinsatz. Zumindest ein Bein- und Herz-Kreislauftraining lässt sich damit durchführen.

 

Spinning ist aus dem oben genanntem Grund ebenfalls weniger geeignet. Der Armeinsatz ist zu groß und die Gruppendynamik reißt Sie zusätzlich noch in den anaeroben Bereich mit.

 


Und eigentlich will man bei diesem Sommerwetter lieber raus. Beim Radfahren auf der Straße oder im Gelände ist es schwieriger, bei Bedarf zu einem früheren Zeitpunkt als eigentlich geplant aufzuhören. Wenn man irgendwo in der Pampa steht und noch etliche Kilometer bis nach Hause vor einem liegen, gibt es ein Problem. Wie früher die Zähne zusammenbeißen, ist tunlichst zu vermeiden, sonst ist eine Übersäuerung vorprogrammiert. Besser lassen Sie sich abholen oder wenn möglich, fahren Sie mit dem Rad in öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Falscher Stolz ist nicht angebracht.

 

Ein unbekannter Faktor beim Radfahren ist die vorherige Belastungseinschätzung; wie lang und steil sind die Steigungen und wie viel Gegenwind bläst einem ins Gesicht. Sobald Sie wieder im Freien fahren möchten und können, benutzen Sie anfangs vertrautes Gelände, bekannte Straßen. Wenn möglich radeln Sie zuerst gegen den Wind, damit Sie im Fall der Fälle entsprechende Schubkraft nach Hause erhalten oder zumindest kein Wind von vorne. Eine weitere Alternative ist, vorerst kleinere Runden, um Ihr Zuhause, zu drehen - man kann jederzeit aufhören, das ist beruhigend. Es wird Ihnen sowieso vorkommen, dass die Anstiege steiler als früher geworden sind!? Nach und nach, mit zunehmender Fitness können Sie erneut größere Kreise ziehen.