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Mein persönlicher Neujahrsvorsatz?

Nicht jammern, sondern machen!

 

Durch den Standortwechsel der Firma wird meine Freizeit von heute auf morgen enorm eingeschränkt. An- und Abfahrt, 8 Stunden Arbeitszeit plus Pause ergeben in Summe 11,5 Stunden, die pro Arbeitstag von vorneherein belegt sind. Neben dem alltäglichen Pflichtprogramm (Einkaufen, Essen(szubereitung), Haushalt, Schlafen,...), und den krankheitsbedingten Terminen wie Physiotherapie, Arzttermine, Kontrolluntersuchungen wird es eng für eine Extraportion Sport.

 


Es bedeutet für mich einen gewaltigen Einschnitt in den zur Routine gewordenen Tagesablauf seit meiner Brustkrebserkrankung. Und das zu einem Zeitpunkt, indem bereits etliche meines Jahrgangs sich fröhlich mit einem »löscht bitte meine geschäftliche E-Mail Adresse« in die Rente verabschieden.

 

Alle Betroffenen kennen es, wie schnell man durch längeren krankheitsbedingten Ausfall, aus einem sicheren  (beruflichem) Stand heraus das Gleichgewicht verliert und nach unten purzelt. Da ist man froh, einen Kletterhaken in Form einer Festanstellung zu ergreifen, den man bis zur Rente 66+ X noch ausüben kann, um wieder etwas Höhe zu gewinnen. Die Frage, ob man mit zum neuen Standort wechselt, stellt sich in dieser Situation nicht.

 

Es ist, wie es ist!

 


-          Wie kriege ich es bei diesen Rahmenbedingungen hin, weiterhin meinem Bewegungsdrang zu frönen? Bewegung und Sport zu betreiben, die mich bei der Überwindung der Krebserkrankung unterstützen?

 


Obwohl regelmäßige Zugfahrerin, war es mir bisher nicht bewusst, dass es in meiner Nähe 6 Bahnhöfe gibt, die ich zu Fuß gehend, laufend, oder mit dem Rad in übersichtlicher Zeit erreichen kann, also zwischen 1 und 14km. Qual der Wahl oder ungeahnte Möglichkeiten, Chancen?

 


-          Wie kann ich bei dieser Auswahl meine Wege zur Arbeit, hin und zurück, sinnvoll abwechslungsreich gestalten?

 

-          Wie plane ich die entsprechenden Sportklamotten, Schuhe, Radhelm, Regensachen, Wärmekleidung für welchen Bahnhof ein?

 

-          Kann ich mein Fahrrad sicher abzustellen?

 

-          Kann ich mit Rucksack joggen?

 

-          Was muss ich in der Firma deponieren, um flexibel zu sein?

 

-          Komme ich bereits auf dem Hinweg ins Schwitzen und muss ich deshalb Duschzeit einplanen?

 


Das betrifft das Ausdauertraining. Okay, ab und zu wird daraus wohl ein Schnelligkeitsausdauertraining werden, um den Zug noch zu erwischen oder rechtzeitig zu einem Termin zu erscheinen. Fehlt noch die Kraft, die Beweglichkeit/Dehnfähigkeit und die Koordination, die im Alter und mit den Operationsnarben immer wichtiger werden.

 

Da ich im Zug gegen den üblichen Pendlerverkehr fahre, habe ich genügend Platz, um einiges auszuprobieren, ohne dass gleich dumme Bemerkungen, Kopfschütteln oder Schlimmeres meiner Motivation einen Strich durch die Rechnung machen.

 


Bevor es unübersichtlich wird, benutze ich zwei Verfahren, solche Ideen anzugehen:

 

 

 

1.         Ich fange mit einer Möglichkeit an. In meinem Fall blieb mir gar nichts anders übrig. 2. und 3. Januar 2019 06:30 Uhr, überfrierende Nässe, Bürgersteige, Treppen, Nebenstraßen sind noch nicht gestreut. Plan A: Ich gehe zum Stadtbahnhof in gut 2km Entfernung, falls es zu glatt ist, reicht die Zeit auf jeden Fall, um Plan B: bis zum Hauptbahnhof in 1km Entfernung zu schlittern. Ähm – jeder fängt klein an.

 

 

 

2.         Ich setze meine berufliche Erfahrung im Sportmanagement  im Ordnen von Chaos, Zeitmanagement bzw. strategischen Planen um.  Konkret heißt dies, ich erstelle eine übersichtliche Exceltabelle über die Sportmöglichkeiten und Pflichtprogramme außer Haus, inklusive dem jeweiligen Zeit- und Bekleidungsbedarf pro Bahnhof. Das ist zwar im Moment zeitaufwendig, kommt aber erstens meinem Naturell entgegen und während den Zugfahrten bleibt mir noch genug Zeit übrig, die Tabelle zu erstellen. Der Vorteil dieser Methode? Ich brauche nicht jedes Mal neu darüber nachzudenken, muss nur entscheiden, was ich tun möchte  und stelle entsprechend den Wecker. Stressreduzierung – die erste und häufigste Empfehlung von Seiten der ÄrztInnen nach der Diagnose Brustkrebs.

 


Na also – geht doch!

 

 

 

Wann ich auf solche Ideen und Gedanken komme? Während meines Samstagmorgen-vor-dem-Frühstück-Jog! Mit dem Laufen kommt so manches in Bewegung.