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Draußen - bei -4°C

Draußen sein bedeutet auch, das Wetter, die »Umwelt«, die Situation so zu nehmen, wie sie ist. Mich anzupassen, flexibel zu sein, so darauf zu reagieren, dass es mir gut geht, ich mich wohlfühle. Oder Unwohlsituationen schnell zu korrigieren. Also auch mal konsequent etwas abzubrechen oder einen Plan fallen zu lassen. Es passt nicht.

 

Heute Morgen hat alles gepasst!

 


Bingen, Kulturufer, 8:00 Uhr, -4°C, trocken, die Sonne blinzelt fast schon um den Rochusberg. Endlich morgens wieder im Hellen laufen!

 

 

 

Die Temperaturen verlangen recht viel Klamotten, inklusive Tuch vor dem Mund. Ich treffe diesmal nur wenige - eben die Unentwegten -  die den Weg aus dem warmen Bett direkt in die frische, kalte Luft gefunden haben. Die Wagemutigen strahlen hinter ihrer Vermummung hervor. Werden belohnt mit dem Empfinden eine Einheit mit der Natur zu sein. Das Gefühl, in dem natürlichen Netz verwoben zu sein, aufgehoben, ein Teil des Ganzen. Das gibt Energie und es läuft sich nochmal so gut.

 

Ich muss es immer wieder betonen, trotz aller Nachwirkungen und Beeinträchtigungen durch die Brustkrebserkrankung, sowie den Therapien, geht es mir gut. Das Damoklesschwert, in Form eines Rezidivs oder Metastasen hängt zwar über mir, das muss ich akzeptieren und versuchen damit umzugehen. Das ist einfacher, wenn ich draußen bin. Als Teil des natürlichen Netzes ist auch die Erkrankung ein Teil der Natur. Energien fließen in beide Richtungen, egal, ob positive oder negative. Ich empfinde, dass ich die Energien draußen besser steuern kann, ihnen nicht ausgeliefert bin, mehr für mich positive aufnehme, negative leichter abgebe.

 


Zumindest fühle ich mich danach, den ganzen Tag, voller Power.