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Spontanes Lauftraining!

Schnell die Laufklamotten an und raus, bevor es wieder anfängt zu regnen.
So gut das Wandern bzw. Gehen nach den letzten, für mich schwierigen Monaten wieder klappt, habe ich doch noch Probleme mit dem Joggen. Warum also ausgerechnet diese Ausdauersportart? Ich verfüge über eine ganz besondere Motivation. Ich möchte in drei Jahren mein 50 jähriges Laufsport-Jubiläum feiern! Wer hätte das damals gedacht? Als Laufen, zumindest unter Jugendlichen, noch als bescheuert galt, die Trimm-Dich-Bewegung ihre mühsamen ersten Schritte machte, die ersten speziellen Laufschuhe gerade auf den Markt kamen, begann ich meine Laufkarriere als Mittelstreckenläuferin und war damit auf Dauer infiziert. Ein gesundes Virus!


Seitdem bin ich unterwegs. Mal mehr, mal weniger Kilometer, die ersten 25 Jahre regelmäßig und fast täglich, die letzten 22 Jahre nach Lust und Laune, im Wechsel mit anderen Ausdauersportarten, oder auch gar nicht, aus den gleichen oder gesundheitlichen Gründen. Trotzdem blieb es »mein Leben«. Es gehört zu mir. Wenn mich lange nicht gesehene Bekannte fragen: »Und – läufst du noch?«, wird mir das erst Recht bewusst. Da kann mir auch keine Krebserkrankung, mit allen Folgen, den Weg versperren. Vielleicht ein paar Hindernisse in den Weg werfen, aber diese kann ich umlaufen.


Wie bereits mehrfach erwähnt, ist es mir, seit immer mehr gesundheitliche Hürden auftauchen, noch wichtiger, auf meinen Körper zu hören. In beide Richtungen! Auf körperliche Beeinträchtigungen genauso, wie wenn der Körper mir, wie heute, signalisiert, es ist der ideale Moment, renn los, dann lege ich eben los.


Die Morgensteifigkeit habe ich mit meiner üblichen Gymnastik bereits zwei Stunden vorher vertrieben. Das häusliche Staubwischen brachte mich undifferenziert in Schwung. Zum Aufwärmen absolviere ich nur noch ein paar leichte federnde und schwingende Ganzkörperübungen und dann geht’s raus und die Straße hinab zum Park. Oha! Ganz so leichtfüßig wie ein Reh fühle ich mich nicht gerade, aber auch nicht walrossmäßig. Das ist doch auch was! Am Rheinufer entlang, erhalte ich einen weiteren Dämpfer; eine Frau mit Kinderwagen überholt mich! Aber sie ist noch nicht mal halb so alt wie ich! Was soll das, ich sollte froh sein, dass ich überhaupt laufen kann.


Meine Motivation ist wieder da. So trotte ich im derzeit möglichen Tempo bis zum Fähranleger und komme in den, in letzter Zeit seltenen Genuss, dass mir auch auf dem Rückweg kein Gegenwind ins Gesicht bläst. Na also, gute Entscheidung. Es klappt sogar so gut, dass ich noch eine kleine Runde im Park dranhänge, und obendrein kurz teste, ob die Outdoortrainingsgeräte den Winter gut überstanden haben.



Zuhause noch ein paar lockere Dehnübungen und mit der Faszienrolle über den Teppich rollen. Na also. Eine schöne Ausdauer-Bewegungseinheit absolviert, ein gutes Gefühl!
Dass ich darüber meine Haushaltspflichten wieder einmal vernachlässigt habe? Es gibt eben Dinge im Leben, die sind wichtiger. Und außerdem ist für die nächsten Tage Regen gemeldet!