Hildegardwege Bingen und Eibingen


Mit dem Wachwerden am Morgen ist mir klar; ja, ich gehe auf jeden Fall noch die heimischen Hildegardwege, auch wenn ich alles bestens kenne. Ich kann noch nicht aufhören. Nach einem gemütlichen Frühstück geht es zuerst auf den Rochusberg, zur letzten Tafel an der Rochuskapelle. Das Hildegardforum (www.hildegard-forum.de) ist noch nicht geöffnet, aber die Schwester aus dem Verkaufsladen stempelt mir trotzdem den Pass.  Abwärts durch die Stadt mache ich noch ganz profan ein paar Lebensmitteleinkäufe, so langsam muss ich wieder an den Alltag denken.

 


Am Nachmittag flaniere ich am Kulturufer entlang bis zur Autofähre, die alte Personenfähre, das „Schiffche“ fährt leider nicht. Durch Rüdesheim steige ich die Straßen hinauf bis zur Wallfahrtskirche in Eibingen. Hier steht der Reliquienschrein und an der Wand ist ein wunderbares Mosaik des Sciviasbildes  „Der Urquell des Lebens – Die wahre Dreiheit in der wahren Einheit“. Weiter spaziere ich nun durch die Weinberge zum Kloster und der Abteikirche (www.abtei-st-hildegard.de) hoch. Tauche ein in den üblichen Trubel aus Bus- und Autotouristen, dazwischen die vielen Wanderer von den rechtsrheinischen Premiumwanderwegen. Der Besuch der Abteikirche steht für mich an erster Stelle. Dort finde ich auch den finalen Stempel zur Tour. Trotz den vielen anderen Besuchern der Kirche spricht ausgerechnet mich eine Nonne an und fragt nachdem woher und wohin, empfiehlt mir noch den Klostersteig, das Gespräch wird persönlicher, zu Lebenseinstellungen. Wir entdecken Gemeinsamkeiten, trotz unseres unterschiedlichen Lebensstils.

 



Nach einem Rundgang durch den Klosterladen, mit einer großen Buchabteilung – wer noch nachlesen möchte, wird hier auf jeden Fall fündig - genieße ich draußen noch einmal den Blick zurück über die Landschaft des Hildegardpilgerwanderweges, dazu schweife ich in Gedanken den Weg entlang, über die Berge des Soonwaldes bis zum Start in Idar-Oberstein.

 

Nun ist für mich die Wanderung abgeschlossen, hat ein würdiges und bewegendes Ende gefunden. Ganz beschwingt lasse ich mich nach unten in das Rüdesheimer Menschengewimmel treiben, die Glocken der Wallfahrtskirche geben mir dazu ein Geleit.