Hildegardpilgerwanderweg

Fazit

6 Tage Pilgerwandern, mit allem ca. 150 km und 3200 Höhenmeter, plus 1 Tag auf den Spuren der Hildegard in Bingen und Eibingen liegen hinter mir. Wandern in Hitze durch die Weinberge des Nahetals, und den Höhen des Hunsrücks auf menschenleeren Pfaden und Wegen.

 

Eine Fülle an Informationen über die Prophetin und Klostergründerin, aber auch über die bereits durch die Kelten besiedelte Region, den mittelalterlichen Bergbau, die geologischen Besonderheiten des Landstrichs. Eine abwechslungsreiche Etappenwanderung, im Mittelpunkt der Disibodenberg mit den Ruinen des ersten Klosters von Hildegard, auf dem scheinbar noch immer die Energie zu spüren ist – von Hildegard? Oder den Kelten?

 

Obwohl der Wanderweg noch neu ist, er ist noch in keiner Wanderkarte verzeichnet, wird man durch die zahlreichen Logos gut geführt. Dazu gibt es Informationen im Internet und über die Handy-App von www.gastlandschaften.de. Die Einteilung in 8-9 Etappen wird empfohlen, ist aber auch individuell planbar. Da ich längere Strecken gewohnt bin, lief ich solange ich Lust hatte, bzw. es meiner Leistungsfähigkeit entsprach. Das war ein gutes Gefühl, nur einmal hatte ich einen kleinen Hänger und habe im nächsten Ort diese Etappe beendet.

 


Über Unterkünfte und Gastronomie muss man sich im Vorfeld erkundigen, da manche kleinen Ortschaften keine entsprechende Infrastruktur anbieten. Meist gibt es eine Bus- oder Bahnverbindung, bitte vorher über Abfahrtszeiten informieren. Sehr hilfsbereit sind die Touristinformationen www.naheland.net und www.bingen.de

 

Das Streckenangebot ist noch neu und wenig bekannt, hat aber eine gute Chance sich in die großen Pilgerwege einzureihen. Landschaftlich eher ein südlicher Charakter, mit den Weinbergen, dem Licht, der Atmosphäre und dem Lebensstil der Menschen in der Nahelandschaft. Sicher gibt es auch Kritikpunkte, der Anblick von Industriegebieten lässt sich allerdings in einem zwar nur mit kleinen Ortschaften, aber trotzdem dichtbesiedelten Land wie dem  Nahetal nicht vermeiden. Pilgerwege gehen nun mal von Kirche zu Kirche. Auf den Hunsrückhöhen wird man dafür durch Weitblicke über Wälder und Felder entschädigt. Insgesamt lässt der Weg Urlaubsgefühl aufkommen, den Eindruck, ein neues Land zu erkunden.

 


Ich habe die Tage genossen, mich trotz der körperlichen Anstrengung  sehr gut erholt, ungeachtet der Hitze und dem Unwetter, das ich in einer kleinen Eremitage unter der schützenden Hand der Hildegard habe über mich hinwegziehen lassen. 

 

Genau 6 Jahre ist die Diagnose und Operation her, in 2 Wochen steht die Jahresuntersuchung an. Ich habe auf dem ganzen Weg nicht daran gedacht! Betroffene können nachvollziehen, was das über meine Entspannung, mein meditatives Gehen aussagt.

 

 Auch den Abschluss, die „Spazierwege“ in Bingen und zum Kloster Eibingen, bereits vielfach von mir gesehen und begangen, gehörten dazu, machten den Weg komplett, ein würdiger Abschluss der Tour.
Auf dem Rückweg nach Rüdesheim läuten wie zum Abschied die Glocken der Wallfahrtskirche. Noch nicht mal die Rüdesheimer Touristen stören mein Wohlgefühl und die Zufriedenheit in mir über die vergangene Woche.